ESA OGS

Wiederentdeckungen von gefährlichen Kleinplaneten und Kometen an der ESA OGS

Seit 2012 habe ich die Möglichkeit für ein Teleskop des Teide-Observatoriums, der European Space Agency Optical Ground Station (ESA OGS), auf der spanischen Kanareninsel Teneriffa  Beobachtungen zu Planen und Auszuwerten. In einem Team bestehend aus Berufsastronomen und erfahrenen Amateuren bin ich zuständig für das Wiederentdecken von gefährlichen Kleinplaneten.  Das Projekt wird vom „Agency’s Space Situational Awareness Programme“ unterstützt. Die Amateur Astronomen sind dabei Ehrenamtlich tätig.

Nach der Entdeckung eines mutmaßlich gefährlichen Objektes ist die Bahn meist nur mit sehr geringer Genauigkeit bekannt. Deshalb steigert gerade die Wiederauffindung des Objektes in einer der folgenden Oppositionen die Genauigkeit enorm und verbessert damit signifikant  die Vorhersagbarkeit einer möglichen Gefährdung der Erde. Für eine erfolgreiche Wiederentdeckung muss der Fehler der bestehenden Bahnberechnung berücksichtigt werden, was in der Praxis dazu führt, dass mehrere Gesichtsfelder entlang des Ungenauigkeits-Gebietes fotografiert werden müssen.

Im August 2012 schlug ich dem Leiter des Projektbereichs Erdnahe Objekte (NEO) des ESA-Programms zur Weltraumlageerfassung (Agency’s Space Situational Awareness Programme), Detlef Koschny, die Wiederentdeckung des 2009 DM45 vor. Der als gefährlich eingestufte 2009 DM45 ist eine Entdeckung auf der Taunus-Sternwarte, an der ich selbst beteiligt war. Leider endete der Wiederentdeckungs-Versuch erfolglos, wohl aufgrund der sehr großen Ungenauigkeit in der Bahnbestimmung.

Trotzdem durfte ich mich an ein weiteres Zielobjekt in der nächsten Beobachtungsperiode  heranwagen und war erfolgreich. Es ist mir gelungen den potentiell gefährlichen Asteroiden 2008 SE85 etwa 2 Grad von der vorhergesagten Position entfernt (dies entspricht ungefähr dem vierfachen Durchmesser der von der Erde aus sichtbaren Vollmondscheibe), wiederzufinden. Letztendlich waren dazu 9 Gesichtsfelder entlang des berechneten Ungenauigkeits-Gebietes nötig. Seitdem sind mit dieser Methode nicht nur zahlreiche Wiederentdeckungen gefährlicher Kleinplaneten, sondern auch Wiederentdeckungen von Kometen erfolgreich durchgeführt worden.